Customer Lifetime Value
Der Customer Lifetime Value, kurz CLV, stammt aus der Betriebswirtschaft und bezeichnet den Deckungsbeitrag eines Kunden. Dieser Beitrag bezieht sich auf den gesamten Zeitraum, in dem ein Kunde als solcher agiert. Dadurch wird der Lifetime Value zu einem wichtigen Kalkulationsinstrument für das Unternehmen. Er lässt vermuten, welchen Wert ein Kunde in naher Zukunft mit sich bringt. Somit ist er bedeutsam für die Finanzbuchhaltung.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Customer Lifetime Value beschreibt den Wert einer Kundenbeziehung über die gesamte Dauer.
- Eine einfache Berechnung basiert auf Transaktionswert × Kaufhäufigkeit × Kundenlebensdauer.
- In der Praxis gibt es mehrere Ansätze: historisch, kohortenbasiert oder prädiktiv (Modelle).
- Aussagekräftig wird CLV erst, wenn Sie Marge/Deckungsbeitrag statt nur Umsatz betrachten und einen Zeithorizont definieren.
Was ist ein Customer Lifetime Value?
Ein Customer Lifetime Value ist ein spezifischer Kundenwert für ein Unternehmen. Der Begriff entstammt der Betriebswirtschaft und lässt sich sowohl für aktuelle Bilanzanalysen als auch zukünftige Prognosen nutzen. Je höher dieser Wert ausfällt, desto wahrscheinlicher ist, dass der Kundenwert ebenfalls in Zukunft von Bedeutung ist. Dieses spätere Potenzial ist es, das den Customer Lifetime Value gemäß Definition zu einem wichtigen Tool für Unternehmen macht.
Was sagt der CLV aus?
Der Customer Lifetime Value informiert Unternehmen darüber, wie ratsam die Investition in einen Kunden ist. Durch seine erbrachten Beiträge kann dies besonders lohnenswert oder gewinnbringend ausfallen. Daher ist ebenfalls bedeutsam für die Marge eines Unternehmens. Gleichzeitig zeigt er auf, ob es wahrscheinlich ist, dass ein Kunde in die eigenen Leistungen investiert.
Ist die Wahrscheinlichkeit hoch, lohnt es sich, verstärkt in die Pflege der Kundenbeziehung zu investieren. Beispielsweise durch das ein oder andere Skonto. Auf diese Weise lässt sich die Geschäftsbeziehung erhöhen und verbessern.
Zusätzlich ermöglicht der Customer Lifetime Value ein kundenorientiertes Online-Marketing. Durch die daraus gewonnenen Informationen ist es möglich, den Marketing-Mix gezielt auf diese Kunden-Gruppe hin zu optimieren. Dadurch steigt wiederum die Möglichkeit, weitere Kunden mit denselben Präferenzen zu gewinnen.
Wie berechnet man den Customer Lifetime Value?
Um den CLV zu berechnen, verwenden Unternehmen die Kapitalwertmethode. Zunächst ist es notwendig, die wichtigsten Kennwerte zu sammeln.
- Wie hoch ist der Kunden-Prozentsatz, also die Wiederkaufsrate der Kunden?
- Wie lange bleiben Personen Käufer beim Unternehmen?
- Wie hoch ist die Gewinnspanne pro Kunde?
- Welcher Abzinsungsfaktor besteht für die Kosten?
- Wie hoch ist der durchschnittliche Deckungsbeitrag?
Anhand dieser Informationen lässt sich ein variabler Wert für jeden Kunden berechnen. Der Lifetime Value bezieht sich auf einen gewünschten Zeitraum. Auf diese Weise ist eine variable Berechnung für Wochen, Monate oder ein gesamtes Geschäftsjahr möglich.
Eine häufig verwendete, einfache Formel lautet:
CLV = Deckungsbeitrag × Wiederkaufrate × Kundenlebensdauer
Damit wird der erwartete Wert einer Kundenbeziehung über die angenommene Dauer abgebildet.
Beispiel: Ein Kunde kauft im Schnitt 2-mal pro Jahr, der durchschnittliche Warenkorb liegt bei 100 €, und die durchschnittliche Kundenlebensdauer beträgt 5 Jahre:
→ CLV = 100 × 2 × 5 = 1.000 € (vereinfachte Näherung).
Wenn Sie statt Umsatz den durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro Kauf ansetzen (z. B. 30 €), ergibt sich analog:
→ CLV = 30 × 2 × 5 = 300 €
Grundsätzlich gilt: Je höher der Customer Lifetime Value eines Kunden ausfällt, desto wichtiger ist der Kunde. Bei der Kostenstellenrechnung im Kundenservice lässt sich dies dann mitbedenken.
Was können typische Stolpersteine sein?
Der Customer Lifetime Value ist eine Prognosekennzahl und hängt stark davon ab, wie sauber Sie Daten, Zeitraum und Kostenbasis definieren. Typische Fehler führen schnell dazu, dass der CLV zu hoch oder nicht vergleichbar ausfällt.
- Umsatz statt Deckungsbeitrag/Marge: CLV wird zu hoch, wenn margenarme Kunden wie „Top-Kunden“ wirken.
- Zeitraum-Mix: Kaufhäufigkeit (monatlich) mit Churn (jährlich) kombiniert → Lebensdauer und CLV verzerren.
- „Lifetime“ nicht definiert: Ohne klaren Horizont (z. B. 12/24/36 Monate) ist der Wert schwer vergleichbar.
- Rabatte/Retouren fehlen: Rückgaben, Stornos, Skonto oder Boni drücken den realen Wert, werden aber oft vergessen.
- Service- und Fulfillment-Kosten fehlen: Dann rechnest du eher „Revenue Value“ statt „Customer Value“.
- Durchschnitt wird von Ausreißern verzerrt: Einzelne Großkunden ziehen CLV hoch; Segmentierung
- Datenqualität: Doppelte Kundendatensätze oder Tracking-Lücken verfälschen Kaufhäufigkeit und Bindung.
Welche Vorteile bietet der Customer Lifetime Value?
Der Customer Lifetime Value ermöglicht es, frühzeitig unterschiedliche Maßnahmen zu ergreifen. Ziel dabei ist es, die Einnahmen pro Kunde zu erhöhen. Zudem ist er ein wichtiges Element für eine effektive Kundensegmentierung. Grund dafür ist zudem eine profitbasierte und dynamische Preisgestaltung, die auf die Zielgruppe und spezielle Kunden ausgerichtet ist.
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