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Variable Kosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Definition: Variable Kosten verändern sich abhängig von Produktionsmenge oder Beschäftigungsgrad eines Unternehmens.
  • Abgrenzung zu Fixkosten: Fixkosten bleiben konstant, variable Kosten schwanken mit der tatsächlichen Leistungserstellung.
  • Berechnung: Variable Kosten = Gesamtkosten − Fixkosten; pro Stück teilt man durch die Produktionsmenge.
  • Vier Arten: Man unterscheidet proportionale, degressive, progressive und regressive variable Kosten.
  • Typische Beispiele: Rohstoffe, Verpackung, Fertigungslöhne, Energie für Maschinen und Transportkosten.
  • Bedeutung: Variable Kosten bilden die Basis für Deckungsbeitrag, Break-Even-Analyse und Preiskalkulation.
  • Praxisnutzen: Sie unterstützen Entscheidungen über Preisuntergrenzen, Produktionsmengen und Sortimentsgestaltung.

Definition: Was sind variable Kosten?

Variable Kosten sind Kosten, deren Höhe direkt von der Produktionsmenge oder dem Beschäftigungsgrad eines Unternehmens abhängt. Sie verändern sich, sobald sich die produzierte oder abgesetzte Menge ändert. Steigt die Produktion, wachsen auch die variablen Kosten; sinkt sie, fallen die Kosten entsprechend.

Im betrieblichen Rechnungswesen bilden variable Kosten das Gegenstück zu den Fixkosten. Während Fixkosten unabhängig von der Leistungserstellung anfallen, entstehen variable Kosten erst durch die tatsächliche Produktion oder den Absatz. Typische Beispiele sind Rohstoffe, Fertigungslöhne im Akkord oder verbrauchsabhängige Energiekosten.

Wofür sind die variablen Kosten wichtig?

Die variablen Kosten steigen oder fallen, je nachdem, welche Produktionsmenge oder welcher Beschäftigungsgrad im Unternehmen vorliegt. Im Rechnungswesen bezeichnet man sie folglich als mengenabhängige oder veränderliche Kosten. Sie zählen zu den zentralen Kennzahlen der Kosten- und Leistungsrechnung und beeinflussen maßgeblich die Preiskalkulation.

Zusammen mit den Fixkosten, die unabhängig von der Menge stets gleich bleiben, bilden variable Kosten die Gesamtkosten eines Unternehmens. Diese Gesamtkosten benötigt jede Buchhaltung für die korrekte Berechnung des Gewinns. Zieht man vom Erlös eines Produkts die Gesamtkosten aus fixen und variablen Kosten ab, bleibt der Gewinn übrig.

Variable Kosten korrekt zu berechnen, gehört somit zu den wichtigsten Aufgaben der Buchhaltung. Aus dem Umsatz entsteht nach Abzug aller Kosten und weiteren Ausgaben der Gewinn eines Unternehmens. Dieser fließt über die Gewinn- und Verlustrechnung in die Bilanz ein und entfaltet unter anderem steuerliche Auswirkungen.

Auch in der Planung müssen Unternehmen häufig variable Kosten berechnen. Nur so ermitteln sie zu erwartende Gewinne, passende Produktionsmengen und weitere wichtige Faktoren für unternehmerische Entscheidungen.

Abgrenzung: Variable Kosten vs. Fixkosten

Der zentrale Unterschied liegt im Verhalten bei veränderter Beschäftigung. Fixkosten wie Miete, Versicherungen oder Gehälter fallen auch bei Stillstand der Produktion in gleicher Höhe an. Variable Kosten entstehen dagegen erst durch die tatsächliche Leistungserstellung und verschwinden bei einem Produktionsstopp weitgehend.

Manche Kostenarten enthalten allerdings beide Bestandteile und heißen deshalb Mischkosten oder sprungfixe Kosten. Ein Beispiel dafür sind Stromkosten mit einer festen Grundgebühr und einem verbrauchsabhängigen Anteil.

Variable Kosten berechnen

Die variablen Kosten berechnet man, indem man die fixen Kosten von den Gesamtkosten abzieht. Die Grundformel lautet:

Variable Kosten = Gesamtkosten − Fixkosten

Für die Berechnung pro Stück gilt:

Variable Stückkosten = Variable Gesamtkosten ÷ Produktionsmenge

Man unterscheidet vier Arten variabler Kosten anhand ihres Verhältnisses zur Produktionsmenge beziehungsweise zum Beschäftigungsgrad:

  • Proportionale Kosten steigen im gleichen Verhältnis wie die produzierte Menge oder der Beschäftigungsgrad. Verdoppelt man die produzierte Menge, verdoppeln sich auch die proportionalen Kosten.
  • Degressive Kosten steigen unterproportional zur Produktionsmenge. Verdoppelt man die produzierte Menge, steigen die degressiven Kosten zum Beispiel nur um das 1,5-Fache. Häufig verursachen Mengenrabatte oder Skaleneffekte dieses Kostenverhalten.
  • Progressive Kosten steigen stärker als die Produktionsmenge. Verdoppelt man die produzierte Menge, klettern die progressiven Kosten beispielsweise um das Vierfache. Überstunden mit Zuschlägen oder Materialengpässe lösen typischerweise progressive Kostenverläufe aus.
  • Regressive Kosten verhalten sich gegensätzlich zur Produktionsmenge. Sinkt die produzierte Menge, steigen die regressiven Kosten – und umgekehrt. Ein Beispiel sind Heizkosten in einer Werkshalle, die bei mehr Maschinenabwärme sinken.

Beispiele für variable Kosten in der Praxis

Das einfachste Beispiel für variable Kosten sind die Rohstoffe zur Herstellung eines Produkts. Je mehr Produkte man produziert, desto mehr Rohstoffe benötigt man, wonach die variablen Kosten steigen.

Auch die Transportkosten für die Auslieferung der Ware steigen mit der Produktionsmenge. Bei größeren Mengen braucht man mehr Lieferwagen, Lastwagen oder Container. Durch effizienteren Transport großer Mengen oder Rabatte des Spediteurs steigen diese variablen Kosten langsamer. Es handelt sich folglich um degressive Kosten.

Weitere typische Beispiele aus dem Unternehmensalltag umfassen:

  • Fertigungslöhne bei Akkord- oder Stundenarbeit, die direkt an die produzierte Stückzahl gekoppelt sind
  • Energiekosten für Produktionsmaschinen, die nur bei laufender Fertigung Strom verbrauchen
  • Verpackungsmaterial wie Kartons, Etiketten oder Füllstoffe für jedes einzelne Produkt
  • Provisionen für Vertriebsmitarbeiter, die sich am erzielten Umsatz orientieren
  • Hilfs- und Betriebsstoffe wie Schmiermittel, Klebstoffe oder Reinigungsmittel in der Produktion

Bedeutung variabler Kosten für unternehmerische Entscheidungen

Variable Kosten bilden die Grundlage der Deckungsbeitragsrechnung. Den Deckungsbeitrag berechnet man, indem man die variablen Kosten vom Erlös abzieht. Dieser Betrag deckt die Fixkosten und trägt anschließend zum Gewinn bei.

Auch die Break-Even-Analyse stützt sich auf variable Kosten. Sie zeigt, ab welcher Absatzmenge ein Produkt die Gewinnschwelle erreicht. Damit unterstützen variable Kosten Entscheidungen über Preisuntergrenzen, Sortimentsgestaltung sowie Make-or-Buy-Fragen.

In der modernen Kostenrechnung nutzen viele Unternehmen die Teilkostenrechnung auf Basis variabler Kosten. Diese Methode liefert schnellere und aussagekräftigere Ergebnisse für kurzfristige operative Entscheidungen als die klassische Vollkostenrechnung.

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