Erfolgskonten
Was sind Erfolgskonten?
Erfolgskonten sind ein wesentlicher Bestandteil der doppelten Buchführung und dienen der Erfassung von Aufwendungen und Erträgen eines Unternehmens. Sie spiegeln die Veränderungen des Eigenkapitals wider, die durch die Geschäftstätigkeit entstehen. Im Gegensatz zu Bestandskonten, die den Vermögensstatus zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellen, zeigen Erfolgskonten die Entwicklung des Unternehmenserfolgs über eine Periode hinweg.
Erfolgskonten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zusammengefasst und ermöglichen so eine detaillierte Analyse der Ertragslage eines Unternehmens. Sie sind von zentraler Bedeutung für die Ermittlung des Jahresergebnisses und bilden die Grundlage für wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Fehler auf Erfolgskonten können daher sowohl handelsrechtliche als auch steuerliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Warum sind Erfolgskonten wichtig?
Erfolgskonten bilden die Grundlage für die Ermittlung von Gewinn oder Verlust und damit für den gesamten Jahresabschluss. Ohne sauber geführte Aufwands- und Ertragskonten lässt sich die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens kaum nachvollziehen oder vergleichen.
Zugleich liefern Erfolgskonten die Basisdaten für betriebswirtschaftliche Auswertungen, Plan-Ist-Vergleiche und Kennzahlen wie Umsatzrentabilität oder Kostenquoten.
Banken, Investoren und interne Entscheider greifen häufig genau auf diese Daten zurück, um das Geschäftsmodell zu beurteilen.
Erfolgskonten im Rahmen des Kontenrahmens
In der Praxis ordnen Unternehmen ihre Erfolgskonten einem standardisierten Kontenrahmen wie SKR 03 oder SKR 04 zu. So bleibt die Struktur der Buchhaltung einheitlich und ermöglicht sowohl interne Auswertungen als auch den Vergleich mit anderen Unternehmen.
Aufwandskonten finden sich dort meist im Bereich der Klassen 4 bis 7, während Ertragskonten häufig in höheren Kontenklassen liegen. Wer den Kontenrahmen konsequent nutzt, erkennt schon an der Kontonummer, ob es sich um Aufwand, Ertrag oder Bestand handelt.
Was ist der Unterschied zwischen Bestandskonten und Erfolgskonten?
Der Hauptunterschied zwischen Bestandskonten und Erfolgskonten liegt in ihrer Funktion und zeitlichen Orientierung:
Bestandskonten
- Zeigen den Wert von Vermögensgegenständen und Schulden zu einem bestimmten Stichtag
- Werden in der Bilanz dargestellt
- Haben einen Anfangs- und Endbestand
- Werden von einer Periode in die nächste übertragen
Erfolgskonten
- Erfassen Aufwendungen und Erträge über einen Zeitraum
- Werden in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt
- Haben keinen Anfangsbestand (beginnen jede Periode bei Null)
- Werden am Ende der Periode abgeschlossen und nicht in die nächste übertragen
Welche Arten von Erfolgskonten gibt es?
Erfolgskonten lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen:
Aufwandskonten
- Materialaufwand
- Personalaufwand
- Abschreibungen
- Zinsen und ähnliche Aufwendungen
- Sonstige betriebliche Aufwendungen
Ertragskonten
- Umsatzerlöse
- Sonstige betriebliche Erträge
- Finanzerträge
- Außerordentliche Erträge
Jede dieser Kategorien kann je nach Unternehmensgröße und Branche weiter untergliedert werden, um eine detailliertere Erfassung und Analyse zu ermöglichen.
Wie bucht man die Erfolgskonten?
Die Buchung auf Erfolgskonten erfolgt nach den Prinzipien der doppelten Buchführung:
Aufwandskonten
- Werden im Soll gebucht, wenn ein Aufwand entsteht
- Eine Gutschrift (Haben-Buchung) auf einem Aufwandskonto bedeutet eine Aufwandsminderung
Ertragskonten
- Werden im Haben gebucht, wenn ein Ertrag entsteht
- Eine Belastung (Soll-Buchung) auf einem Ertragskonto bedeutet eine Ertragsminderung
Jede Buchung auf einem Erfolgskonto hat eine Gegenbuchung auf einem anderen Konto, meist einem Bestandskonto oder einem anderen Erfolgskonto.
Wie schließt man die Erfolgskonten?
Der Abschluss der Erfolgskonten erfolgt am Ende einer Rechnungsperiode, typischerweise zum Jahresende:
- Ermittlung der Salden: Für jedes Erfolgskonto wird der Saldo aus Soll- und Habenbuchungen ermittelt.
- Übertragung auf das Gewinn- und Verlustkonto: Die Salden aller Aufwands- und Ertragskonten werden auf das Gewinn- und Verlustkonto übertragen.
- Aufwandskonten werden im Haben abgeschlossen und im Soll des GuV-Kontos eingetragen.
- Ertragskonten werden im Soll abgeschlossen und im Haben des GuV-Kontos eingetragen.
- Ermittlung des Jahresergebnisses: Der Saldo des GuV-Kontos ergibt den Jahresüberschuss oder -fehlbetrag.
- Abschluss des GuV-Kontos: Das Jahresergebnis wird auf das Eigenkapitalkonto übertragen.
- Nullstellung der Erfolgskonten: Nach dem Abschluss weisen alle Erfolgskonten einen Saldo von Null auf und sind bereit für die neue Rechnungsperiode.
Dieser Prozess gewährleistet, dass alle Aufwendungen und Erträge in das Jahresergebnis einfließen und die Erfolgskonten für die neue Periode bereinigt sind. Die korrekte Durchführung des Abschlusses ist entscheidend für die Erstellung des Jahresabschlusses und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Erfolgskonten und interne Steuerung
Controlling und Unternehmensplanung greifen intensiv auf die Informationen der Erfolgskonten zu. Durch die Aufteilung in Kostenarten wie Material, Personal, Miete oder Marketing lassen sich Kostenstrukturen transparent analysieren. Unternehmen können auf dieser Basis Budgets planen, Abweichungen erkennen und gezielt Maßnahmen einleiten.
Typische Fehler im Umgang mit Erfolgskonten
In der Praxis entstehen Probleme, wenn Buchhalter Aufwendungen und Erträge versehentlich auf Bestandskonten buchen. Solche Fehlbuchungen erschweren den Abschluss und verfälschen sowohl Bilanz als auch GuV.
Auch eine zu grobe Kontengliederung kann zum Problem werden, weil sie keine sinnvollen Auswertungen zulässt. Wer nur wenige Sammelkonten nutzt, verliert leicht den Überblick über Kostenarten und Ertragsquellen.
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