Buchhaltung.de

Sonderabschreibungen

Sonderabschreibungen sind steuerlich begünstigte Abschreibungsformen, die Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch nehmen können. Sie ermöglichen eine zusätzliche Abschreibung neben der regulären Absetzung für Abnutzung (AfA), um Investitionen gezielt zu fördern. Die gesetzlichen Regelungen finden sich überwiegend im Einkommensteuergesetz, vor allem in § 7g EStG. Sonderabschreibungen dienen unter anderem der Liquiditätsverbesserung, weil sie Steuerzahlungen zeitlich verschieben.

Ziel und Bedeutung von Sonderabschreibungen

Der Hauptzweck von Sonderabschreibungen besteht darin, Investitionen in bestimmte Wirtschaftsgüter oder Regionen zu fördern. Gesetzgeber setzen sie als steuerpolitische Lenkungsmaßnahme ein, um Modernisierung voranzutreiben und Standorte zu stärken. Durch erhöhte Abschreibungsbeträge kann ein Unternehmen schneller Investitionen gewinnmindernd verzinsen und damit den steuerpflichtigen Gewinn kurzfristig reduzieren. In der Praxis profitieren vor allem kleine und mittlere Unternehmen von diesen Regelungen.

Voraussetzungen und begünstigte Wirtschaftsgüter

Für die Nutzung von Sonderabschreibungen müssen klare Bedingungen erfüllt werden. Begünstigt sind insbesondere abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, wie Maschinen, Anlagen oder spezielle Ausstattungen. Die Anschaffung oder Herstellung muss betrieblich veranlasst und das Wirtschaftsgut überwiegend betrieblich genutzt werden. Bestimmte Umsatz- oder Gewinngrenzen beschränken die Inanspruchnahme, um gezielt kleine und mittlere Unternehmen zu fördern.

Höhe, Zeitraum und Verteilung

Sonderabschreibungen ermöglichen es, in den ersten Jahren nach Anschaffung oder Herstellung zusätzliche Abschreibungsbeträge geltend zu machen. In der Regel können bis zu 20 oder sogar 40 Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren abgeschrieben werden. Der genaue Zeitraum und das Abschreibungsvolumen richten sich nach Förderregelung, Wirtschaftsgut und steuerlicher Situation. Nicht ausgeschöpfte Sonderabschreibungen können innerhalb des Begünstigungszeitraums flexibel genutzt werden.

Bilanzielle und steuerliche Wirkung

Sonderabschreibungen führen in der Steuerbilanz zu einer schnelleren Buchwertminderung der begünstigten Wirtschaftsgüter. Handelsrechtlich sind sie unter Berücksichtigung des Maßgeblichkeitsprinzips ebenfalls darzustellen, wenn sie steuerlich abgezogen werden sollen. In der Gewinn- und Verlustrechnung erscheinen sie als zusätzlicher Aufwandsposten. Die tatsächliche Steuerentlastung tritt meist als Steuerstundung auf, weil die Gesamthöhe der Abschreibungen über die Nutzungsdauer hinweg nicht steigt, sondern lediglich die zeitliche Verteilung verändert wird.

Besondere Regelungen und Gestaltungsmöglichkeiten

Sonderabschreibungen existieren für verschiedene Investitionsbereiche, etwa Investitionen in strukturschwache Regionen, Digitalisierung oder spezielle Umweltmaßnahmen. Weitere Formen wie erhöhte Abschreibungen bei Baudenkmalen oder energetischer Gebäudesanierung ergänzen das Grundmodell. Unternehmen planen Investitionen oft gezielt so, dass sie maximale Sonderabschreibungen nutzen.

Besonders bei komplexen Investitionen, im Zusammenspiel mit anderen Abschreibungen und bei Beachtung von Förderbedingungen empfehlen wir einen Steuerberater. Auch unterschiedliche Abschreibungsmöglichkeiten können kombiniert werden, um die Liquidität und Steuerlast langfristig zu optimieren.

(0 79 57) 4 11 05 24 | info@buchhaltung.de
Erbracht werden ausschließlich Leistungen gem. § 6 Nr. 3 und 4 des StBerG, ohne Rechts- und Steuerberatung.
Wir verwenden Cookies
Wir möchten Sie um Zustimmung zur Verwendung von Cookies bitten. Diese dienen uns zur Analyse der Zugriffe auf unsere Website und deren Optimierung.
technisch notwendige Cookies
Cookies zur Statistik und Webanalyse
Alle Cookies akzeptieren
Auswahl speichern